Intuition durch Strahlenbündel

Der zeitgenössische Komponist Steeven Heelein war zu Gast im EBZ Pappenheim. Er folgte einer Einladung des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Bayern zu der diesjährigen Werkwoche. Mit im Gepäck hatte der Professor für Chorleitung an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth ein eigens für diese Veranstaltung komponiertes Chorwerk, das in der Pappenheimer Stadtkirche uraufgeführt wurde. Wir sprachen mit dem Komponisten, der bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde, über sein Werk und seine musikalische Intention.

In Ihrem Chorwerk „lux mundi“ kombinieren Sie Gesang und Bewegung: warum ist Ihnen diese Symbiose wichtig?

Lux mundi bedeutet übersetzt „Licht der Welt“. Dieses Wort stammt aus dem Johannes-Evangelium. So bezeichnet sich Jesus selbst: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis.“ Zu Beginn sitzen die Chorsängerinnen und Chorsänger lose verteilt im Raum (dies steht für die vereinzelte, verirrte Seele, harrend in Nacht), diese wandeln singend Richtung Altar (für mich der zentrale Ort jeder Kirche), um sich dort als ‚singender Lichtkreis‘ zu bündeln.

 Welche Anforderungen werden Ihrer Meinung nach an die zeitgenössische Musik gestellt?

Musikalisch gesehen bewegen wir uns heute in einer Zeit, in der viele Strömungen in einer Art Delta zusammenkommen (wie es John Cage einmal ausdrückte). Das führt dazu, dass sich jeder Komponist um eine eigene Tonsprache bemüht. Meine Musik entsteht intuitiv – und sie soll auch die Zuhörer in ihrer Intuition ansprechen.