Landwirtschaft braucht Öffentlichkeitsarbeit

Über Rahmenbedingungen und Chancen der Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschft sprach Dr. Michaela Neff von der Technikerschule Triesdorf auf der Tagung „Ideen zur Weichenstellung in Unternehmen und Familien“ im EBZ PappenheimIm Rahmen der Tagung „Ideen zur Weichenstellung in Unternehmen und Familien“ wies sie darauf hin, dass in der heutigen Überflussgesellschaft  Landwirte nicht zwangsläufig mit Wertschätzung zu rechnen haben. Früher war die Sicherung der Ernährung die große Aufgabe der Landwirtschaft – heute dagegen stehen  bei Nicht-Landwirten „Umwelt- Tier- und Klimaschutz als zentrale Wertvorstellungen der Gesellschaft“ im Fokus. Dieses Interesse begründet, warum Landwirtschaft so stark öffentlich diskutiert wird.

In diesem Zusammenhang warb Dr. Neff für gegenseitiges Verständnis, denn grundsätzlich ist bei Kritikern der Landwirtschaft „ein guter Grundantrieb zu finden“, der zu respektieren sei. Jedoch müsse man bereit sein, weiter zu denken und auf verschiedenen Ebenen zu überzeugen. Das sei nicht leicht, denn das Wissen über landwirtschaftliche Abläufe sei gering. Dazu trägt auch die zu beobachtende Romantisierung der Landwirtschaft in Werbung und Heimatfilmen sowie die Skandalisierung durch Tierrechtsorganisationen bei.

Neff ermutigte, sich als Landwirt in der Öffentlichkeitsarbeit zu engagieren. Ein Engagement könne nicht nur von Verbänden geleistet werden, „denn um Vertrauen zu schaffen, braucht man Landwirte“. Dabei gibt es viele Möglichkeiten. Auf der persönlichen Ebene trägt bereits das eigene Verhalten zum Image der Landwirtschaft bei. Es wird öffentlich wahrgenommen, ob Wege sauber sind oder der Schlepperfahrer das Fahrtempo reduziert. Eine weitere Möglichkeit bieten soziale Medien oder eine eigene Homepage. Wichtig ist jedoch der direkte Kontakt zur Landwirtschaft, sei es beim Hoffest oder der Begegnung mit Schülern: „Was man mit den Sinnen erlebt, das bleibt im Kopf hängen.“