Ostergrüße von Gerhard Schleier

Liebe Freunde des EBZ, da waren wir nach Weihnachten so voller Hoffnung, dass Ostern heuer anders wird als im letzten Jahr, als wir den ersten Lockdown erlebt und ertragen haben. Und jetzt ist klar, dass wir Ostern wieder sehr zurückgezogen daheim verbringen werden.

Für unser Bildungshaus gibt es im Moment keine wirkliche Perspektive. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen steigt die Zahl der Infektionen leider wieder an – so dass wir wieder überhaupt keine Veranstaltungen im Haus aufnehmen dürfen. Wie sich die Dinge weiter entwickeln werden, können wir aktuell allenfalls ahnen…

In einer ähnlichen Lage waren zwei Männer, von denen die Bibel erzählt. Sie waren in den Tagen nach Ostern zu Fuß auf dem Weg nach Emmaus – und vollkommen am Boden zerstört, weil dieser Jesus aus Nazareth, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, diesen brutalen Tod am Kreuz gestorben war. Hoffnungslos unterwegs. Und dann – so erzählt die Bibel weiter – ist ihnen ein Mann begegnet. Mit dem haben sie geredet. Ihm erzählt, was sie erlebt haben. Ihm die Ohren voll gejammert. Und er hat zugehört. Als er wieder weg war, ist es ihnen erst aufgegangen: das war er ja selber, dieser Jesus. Sie waren Jesus begegnet und haben es gar nicht gemerkt. Als ihnen das aufgegangen ist, haben sie aus dieser Begegnung für sich enorm Kraft geschöpft.

Solche Erlebnisse geben mir Halt. Dass nämlich dieser Gott in seinem Sohn in einer ganz besonderen Weise ganz nah ist – trotz aller Pandemie, trotz aller Abstandsgebote, trotz all dem Gejammer und Klagen und Schimpfen. Und mir mit seinem Dabeisein, Mitgehen, Zuhören eine Perspektive schenken will. Diese Erfahrung haben Menschen schon oft gemacht. Einer hat es in der Bibel so formuliert:

HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Ich wünsche Ihnen für die Ostertage solche Momente, wo Sie sich getragen fühlen und den Blick nach vorne lenken können. Und ich freue mich auf den Moment, wo wir uns in Pappenheim wiedersehen und Sie in unserem Haus herzlich empfangen können.

Alles Gute für Sie,

Ihr Gerhard Schleier