Schritt für Schritt die Anliegen weitertragen

Die Kontaktgruppe Eltern kleinwüchsiger Kinder feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Seit dieser Zeit finden regelmäßig Treffen im EBZ Pappenheim statt. Pfarrer Benedikt Herzog (Stellvertretender Leiter des EBZ) blickt im Gespräch mit Christine Nitsche und Karin Hellauer (beide Kontaktgruppe Eltern kleinwüchsiger Kinder) auf eine bewegte Zeit zurück.

Die Kontaktgruppe Eltern kleinwüchsiger Kinder feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Wenn ihr auf diese Zeit zurückblickt: Was waren für euch die schönsten Momente im EBZ Pappenheim?

Christine: Die Leute jedes Jahr wiederzusehen und sich gegenseitig auszutauschen.

Karin: Als wir das erste Mal angekommen sind, wurden wir total lieb empfangen und am Ende dieses Wochenendes haben wir als Eltern von einem kleinwüchsigen Kind verstanden, dass es schon viele Lösungen für Probleme, die wir noch gesehen haben, gab und das war eine unglaubliche Erleichterung.

 

Warum sind diese Treffen so wichtig für euch?

Christine: Sie sind für mich wichtig, weil wir uns gegenseitig austauschen können, was Stärken, Schwächen und Probleme kleinwüchsiger Menschen angeht.

Karin: Bei mir ist es die Herzlichkeit, mit der man von der Gruppe und den Leuten vom Haus, die wir nun schon seit über 30 Jahren kennen, empfangen wird. Und die Freundschaften die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, die wirklich wichtig für die Familien sind.

 

Wie schafft ihr diese Willkommenskultur aufrecht zu erhalten?

Karin: Ich glaube, dass sich jeder engagiert, da wir uns als eine große Familie verstehen, die wir eben in einem gewissen Sinn sind. Jeder wird so angenommen, wie er ist. Ich glaube, dass das auf einen selbst zurückstrahlt: durch dieses Wissen entsteht diese Gemeinschaft.

Christine: Wir schaffen es, indem wir immer wieder versuchen, wichtige Referenten einzuladen, aber auch der Spaß und die Gemeinschaft nicht zu kurz kommt.

 

Wo liegen die Herausforderungen hinsichtlich der Vorbereitung auf die Treffen im EBZ Pappenheim?

Christine: Ich sehe da keine Herausforderungen, weil die Leute damit zufrieden sind, wie wir es immer machen.

Karin: Das Haus ist uns in allen Sachen entgegengekommen, beispielsweise was das vegetarische Essen angeht. Im Gegensatz zu der Anfangszeit hat es sich qualitativ und mengenmäßig verbessert. Schwieriger ist es geworden, immer Themen und vor allem die passenden Referenten zu finden – da gibt es schon Herausforderungen.

 

Ihr habt ja auch kreative Wege gefunden, wenn Dinge mal nicht so funktionieren.

Karin: Ja, das lernt man im Alltag: Mobilität muss man einfach entsprechend planen und seine Hilfsmittel auch.

Christine: Bei mir ist es auch im Supermarkt so, wenn etwas höher steht, schnapp ich mir einen Mitarbeiter oder einen Hocker und somit ist es erledigt.

 

Wenn jeder von euch einen Wunsch frei hätte, was würdet ihr der Kontaktgruppe wünschen?

Karin: Sie soll lange weiter so bestehen und immer wieder Nachwuchs im Sinne von Nachzüglern und Nachzüglerinnen bekommen. Wichtig ist es, dass weiterhin Informationen transportiert werden.

Christine: Da kann ich mich nur anschließen!

Karin: Eins noch … wir sind ja hier nur in einem kleineren Rahmen und jeder geht jetzt wieder seine eigenen Wege. Schritt für Schritt – und wenn es auch nur kleine Schritte sind – tragen wir unsere Anliegen in die Gesellschaft – und das ist das Wichtigste!