Trauern in Zeiten von Corona

„Richtig unwürdig war der Abschied von meinem Onkel! Am Tag, als er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat er seine Frau das letzte Mal gesehen. Niemand durfte ihn am Krankenbett besuchen – einsam ist er gestorben. Wir haben das Gefühl, ihn im Stich gelassen zu haben. Das ist so bitter. Zur Beerdigung in der ersten Pandemiewelle waren nur ganz wenig Personen zugelassen. Keine Nähe war erlaubt. Jeder trauert für sich allein.“ So erzählt ein 50-jähriger Mann von seinen Erfahrungen mit Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebot und lässt erahnen, wie allein gelassen sich Hinterbliebene im pandemischen Alltag fühlen.

Ein wichtiger Baustein der evangelischen Bildungsarbeit im EBZ Pappenheim sind Wochenenden für Trauernde. Hier begegnen sich Hinterbliebene in vertrauensvoller Atmosphäre, trauern gemeinsam, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln eine Perspektive für die nächsten Schritte. Teilnehmende kehren dadurch gestärkt in ihren Alltag zurück. Trauerwochenenden dürfen aktuell nicht durchgeführt werden. Andere Möglichkeiten der Trauerbegleitung bieten persönliche Gespräche mit Seelsorgern*innen am Telefon oder auch Online-Treffen, die vielerorts von Evangelischen Bildungswerken organisiert werden. Im Herbst 2021 lädt das EBZ Pappenheim Trauernde ein, einen Nachmittag im Altmühltal unterwegs zu sein. Unter dem Motto „In der Trauer neue Wege finden“ sollen Impulse und Gespräche Zuversicht wecken und guttun.

https://www.ebz-pappenheim.de/seminar/nachmittag-fuer-trauernde-in-der-trauer-neue-wege-finden/